Bericht Herbstfahrradtour – „Von Zoo zu Zoo“

Die Gruppe fand sich am Freitagabend im Fritz-Emmel-Haus in Kronberg ein. Nach einer ersten Sichtprüfung wurden die Fahrräder untergestellt und danach die Teilnehmenden auf ihre Zimmer verteilt. Die Teilnehmenden bekamen nun die Aufgabe ihr Betten zu beziehen und sich für die Nacht einzurichten. Im Anschluss trafen wir uns im Gemeinschaftsraum zur offiziellen Begrüßung mit darauffolgendem Abendessen. Die Jugendlichen wurden in die eine und die Betreuer inklusive der Kleinkinder in die andere feste 10er Kontaktgruppen eingeteilt. Somit mussten die Jugendlichen untereinander keine Kontaktbeschränkungen wahren und konnten sich recht „normal“ verhalten. Falls der nähere Kontakt aus dem Betreuerteam nötig war, wurde eine Maske getragen. Dies hat den Ablauf um einiges erleichtert und die Atmosphäre deutlich gelockert. Nichtsdestotrotz wurde den Anwesenden das Hygienekonzept der Unterkunft und unserer Veranstaltung ausführlich vorgestellt und erläutert.

Nach dem Essen haben sich die eine Hälfte der Jugendlichen um den Abwasch in der Küche gekümmert, während sich der andere Teil Spiele für den Abend überlegt hat. Hierzu wurde ein großer Stuhlkreis gebildet, der den nötigen Abstand von 1,5 Metern gewährleitete. Neben der Vorstellungsrunde wurde dann noch ein Spiel gespielt, bei welchem sich eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer hinter einer Trennwand auf einem Stuhl in eine frei wählbare Position begeben hat. Nun wurde eine Person dazu auserkoren diese Position auf verbale Anweisung zu imitieren. Hierzu durfte jeder der Beteiligten nacheinander einen Blick hinter die Wand werfen und dem Modell vor der Wand eine Anweisung geben. Ziel war es nun von der Gruppe, die Person vor der Wand in dieselbe Position zu lotsen. Nachdem jeder einmalkorrigieren durfte wurde die Trennwand entfernt und gemeinsam beurteilt. Wenn die Positionen identisch waren gewann die Gruppe und falls nicht, der oder diejenige hinter der Wand. Nach einigen lustigen Runden ging es dann um 22 Uhr für alle ins Bett um fit für die morgige Tour zu sein.

Der Tag am Samstag begann um 08:00 Uhr mit dem großen Wecken. Danach hieß es sich frisch machen, Betten abziehen und die Sachen zu packen. Denn die nächste Unterkunft lag 25 km entfernt. Nach dem gemeinsamen Frühstück wurde das Gepäck in den Gepäck-Bus geladen und Abfahrbereitschaft hergestellt. Pünktlich um 09:30 Uhr gab es das erste Gruppenfoto und dann ging es los mit dem Fahrrad erst einmal steil bergauf zum Opel-Zoo. Die Abfahrt erfolgte zwar bei leichtem Regen und kühler Luft, doch spätestens oben angekommen, war jedem wieder warm. Nun wurde allen Aktiven die Geschichte der Route erläutert: Was wäre, wenn die Tiere aus dem Opel-Zoo in Kronberg einen Ausflug zum Zoo nach Frankfurt unternehmen würden? Wo würde sich welches Tier, seinem Lebensraum entsprechend, aufhalten und was gäbe es hier zu beachten oder zu regeln? Genau dies, regeln mehr als 40 spielerisch über die Route verteilte Warnschilder. Den Start machte die Weitsprungübungsstrecke für Kängurus, der Affenspielplatz und das Mitnahmeverbot von Affen. Somit gab es immer etwas für die Gruppe zu entdecken und gleichzeitig auch zu lernen. Bereits nach den ersten paar hundert Metern wurde für die gesamte Gruppe eine Informations-Übertragungskette eingeführt. Diese funktionierte wie „Stille Post“, nur eben etwas lauter. Wir mussten das Ganze aber erst ein paarmal üben, bis die gewünschte Information von ganz vorne bis nach ganz hinten unverfälscht weitergeleitet wurde. Aber hey, danach hat es super funktioniert. Egal ob es die Informationen über das aktuelle Hinweisschild oder Warnungen zur Strecke waren, wie: „Vorsicht Hindernis“ oder „Achtung bergauf, bitte Runterschalten“. Wenn die Gruppe zu sehr auseinandergezehrt, und das Fahrrad hinter einem nicht ausreichend erreichbar war, musste an der entsprechenden Stelle eben gewartet werden, um die Information weitergeben zu können. Somit war die Kommunikation bis zum letzten Fahrrad immer gewährleistet.

Der erste Teil der Strecke ging quer durch den Wald rundum Kronberg, teilweise sehr abenteuerlich. Wir konnten die „Mountainbike-Strecke“ allerdings ohne Unfälle verlassen und an den Kronthaler Quellen zur kurzen Rast, inklusive Gruppenfoto halten. Nach der kurz prekären Überquerung einer kleinen Bundesstraße, konnten wir nun den Wald verlassen und entlang der Felder und Streuobstwiesen, der am Horizont ersichtlichen Frankfurter Skyline entgegenfahren. Auch hier trafen wir auf Hinweise wie für Trampeltiere, einem „echten“ Zebrastreifen oder dem Elefantenüberhol- und trötverbot. Das Wetter war zwar nicht mehr verregnet, doch freuten wir uns dennoch auf die bevorstehende Pause.

Ein warmes Mittagessen erwartete uns auf dem Vereinsgelände der Orplid Niddainsel. Die Spaghetti mit der Tomaten- oder Bolognese Soße spendeten genau die richtige Wärme und genug Energie für die zweite Etappe des Tages. Um 14:30 Uhr nach einem weiteren Gruppenfoto startete dann auch schon wieder die Weiterfahrt nach Frankfurt. Am Stadtrand angekommen wurden wir nach der Durchquerung der Parkanlagen auf die besondere Probe gestellt, uns als Gruppe im Frankfurter Straßenverkehr zu bewegen. Doch durch klare Ansagen und eine uneingeschränkte Disziplin, konnten wir schon bald ohne Vorfälle den verkehrsberuhigten Grüngürtel erreichen. Erst als wir von der Mainbrücke aus, das Ziel, die Jugendherberge erblicken konnten, startete es zu Regnen. Nach unserer Ankunft in der Jugendherberge Sachsenhausen wurden die Teilnehmenden, in selber Konstellation, auf die zur Verfügung stehenden Zimmer verteilt.

Nach dem Abendessen trafen wir uns dann zum Abendprogramm in unserem ausreichend platzbietenden Gemeinschaftsraum. Die Gruppe stimmte für diesen Abend mit großer Mehrheit auf das Rollenspiel „Werwölfe“. Bei diesem Spiel wird eine Spielleitung auserwählt, welche durch die gesamte Spielrunde führt. Zuerst wird mit verdeckten Karten, jedem Teilnehmenden ein Charakter zugeteilt. Es kennt also jeder nur seinen eigenen Charakter. Jeder hat eine besondere Fähigkeit, die, wenn die Spielleitung dazu aufruft, zum eigenen Vorteil oder dem der Gruppe, eingesetzt werden kann. Es spielt die Gruppe der Werwölfe, gegen den Rest. Die Werwölfe fressen jede Nacht, wenn alle Teilnehmenden die Augen verschließen einen der Aktiven. Dafür machen sich aber auch die besonderen Charaktere, wie z.B. die Seherin heimlich auf die Suche nach den Werwölfen. Tagsüber müssen alle gemeinsam diskutieren und durch Schlussfolgerung erkunden, wer ein Werwolf sein könnte und ihn oder sie vom Dorf lynchen lassen. Die Aufgabe der Werwölfe, welche sich untereinander kennen, ist es geschickt von dich und ihres Gleichen abzulenken. Somit besteht das Spiel immer aus zwei Phasen, dem Tag und der Nacht. Wessen Charakter in dem Spiel stirbt, nimmt direkt danach nur noch eine beobachtende Rolle war und darf nichts mehr sagen. Am Ende gewinnt die Gruppe, die „überlebt“. Es wurden einige spannende Runden gespielt, bei denen die Spielleitung auch immer gewechselt wurde. Es hat sich unter den Teilnehmenden, bereits zu einem sehr beliebten Spiel entwickelt, welches auf fast jeder Freizeit gespielt wird.

Am Sonntag früh wurden die Teilnehmenden um 08:00 Uhr geweckt, um sich frisch zu machen und ihre Sachen packen zu können. Das beinhaltete auch wieder das Abziehen der Betten. Das Gepäck wurde nach dem gemeinsamen Frühstück, bei welchem sich jeder sein Lunchpaket selbst vorbereitete, in der Jugendherberge eingelagert und es ging wieder auf die Fahrräder zum Frankfurter Zoo. Hier konnten sich nun kleine Gruppen bilden, die selbstständig den Zoo und die Tiere entdecken, erleben und begreifen durften. Es sollte ein besonderes Augenmerk auf die Tiere gelenkt werden, über welche wir bereits auf der gestrigen Tour gesprochen haben. Sie sollten deren Lebensraum im Zoo mit dem vergleichen, den wir unterwegs bereits gesehen haben. Der vereinbarte Treffpunkt auf dem Spielplatz zum gemeinsamen vertilgen der Lunchpakete, wurde von allen Kleingruppen pünktlich und zuverlässig aufgefunden.

Während dem Essen nutzten wir die Zusammenkunft, um jedem die Möglichkeit zu geben, ein paar Worte, über die sich nun kurz vor dem Ende befindlichen Veranstaltung, wiederzugeben. Die Feedback Runde spiegelte insgesamt eine sehr erfolgreiche Maßnahme wider. Im Anschluss wurde sich auch über das heute erlebte im Zoo ausgetauscht, sodass jede Kleingruppe nochmal die Möglichkeit bekam, selbstständig die Tiere aufzusuchen, die von hohem Interesse waren.

Um 13:30 Uhr trafen wir uns dann am Ausgang, um die Rückfahrt mit dem Fahrrad zur Jugendherberge anzutreten. Hier wurden die Teilnehmenden dann zwischen 14:30 Uhr und 15:00 Uhr abgeholt und die Gruppe verabschiedet.

Bericht & Fotos: Marcel Schweitzer

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