Bericht Insellager 2020

„Herzlich Willkommen, zum neuen Schuljahr für Hexerei und Zauberei in Hogwarts!!!“ So begrüßte unser Schulleiter Fabian-Albus-Dumbledore-Rieß die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom diesjährigen Insellager am Sonntagnachmittag auf dem Orplid Darmstadt. Unser diesjähriges Motto stand nämlich ganz unter dem Stern von Harry Potter.

Lange war unklar ob das Schuljahr (Insellager) überhaupt stattfinden konnte, da nicht nur die Schule (Orplid Darmstadt) sondern wir alle von den dunklen Künsten rundum „du weißt schon wen“ (COVID-19) bedroht wurden. Doch Dank unseres Schutzbanns (Hygienekonzept) konnte das Risiko für einen Übergriff (Übertragung) soweit reduziert werden, dass die Schüler, das Kollegium und die gesamte Schule ausreichend geschützt wurden. So waren jedoch viele gewohnte Dinge und Abläufe in diesem Schuljahr doch ungewohnt anders. Dies ging schon bei der Begrüßung los, da sich jeder auf einen eigenen Stuhl mit 1,5 Meter Abstand zum nächsten Schüler, in unserem großen Festsaal (Pampershügel unterm Sonnensegel) setzen musste. Denn wie auch bei Harry Potter, wurden unsere Teilnehmenden in verschiedene Häuser (Zelte) aufgeteilt. Und wie wird das im Buch und den Filmen entschieden? Genau! Der sprechende Hut entscheidet. Wir hatten zwar nicht das Original, doch hörte man die Menge munkeln, dass die Nachbildung verdammt nah herankam. Und verzaubert war er bei uns selbstverständlich auch. Nachdem unser Schulleiter die Schulordnung, das Kollegium und die einzelnen Häuser mit ihren Verantwortlichen vorgestellt hatte, ging der Zauber los…

Nun kamen jede Schülerin und jeder Schüler einzeln nach vorne auf den Hogwarts-Sessel und bekam den sprechenden Hut aufgesetzt. Dieser wurde nämlich von den Gründern der Schule so verzaubert, die Eigenschaften und Charakterzüge der Schülerinnen und Schüler lesen zu können und sie somit ins passende Haus Gryffindor, Hufflepuff oder Slytherin einzuteilen. Und ihr könnt die Betroffenen gerne fragen, der Hut hat tatsächlich gesprochen! Mit einer tiefen, finsteren Stimme hat er die Teilnehmenden analysiert und danach den drei Häusern zugeteilt. Ach, und für alle Besserwisser, das vierte Haus Ravenclaw war dieses Schuljahr wegen Renovierung geschlossen!!!

Nachdem die Schülerinnen und Schüler nun in ihre Häuser aufgeteilt waren, wurde der frühe Abend damit gefüllt häuserweise die Schule zu erkunden, die Quartiere zu beziehen und seine MitbewohnerInnen und Lehrkörper näher kennenzulernen. Auch hier wurde jedem die Schulordnung noch einmal warm ans Herz gelegt. Denn auch wir hatten einen Hogwarts-Häuser-Pokal. Doch wurde dieser nicht erst am Ende vom Schuljahr, sondern jeden Tag neu verliehen. Jedes Haus starte zum Beginn des Schuljahres mit 100 Punkten. Punktabzug gab es für Verstöße gegen die Schulordnung, insbesondere für nicht eingehaltenen Abstand zu den Teilnehmenden aus anderen Häusern. Für den Gewinner von Spielen gegen die anderen Häuser gab es bis zu 30 Punkte, aber auch das ordentlichste Quartier (Zelt) wurde bei einer unangekündigten Inspektion täglich mit weiteren 10 Punkten belohnt oder eben auch bestraft. Diesem genialen Einfall hatten wir übrigens zu verdanken, dass die Zelte aufgeräumt waren, wie nie zuvor. 😉

Am Montag nach dem Frühstück ging es dann mit dem ersten großen Spaß für alle los, ganz egal ob als Zuschauer oder Mitspieler. Die Lehrer zauberten nämlich jedem Schüler einen eigenen Schutzschild mit 1,5 Meter Durchmesser, der einerseits zum Schutz vor infektiösen Übergriffen schützte, aber zum anderen auch jede Menge Spaßpotential mit sich brachte. Mit diesem Schutzschild ging es nun Haus gegen Haus, sich im Fußball zu messen. Wobei das Fußballspielen sich schnell eher zum zweitrangigen Ziel entwickelte, da es wesentlich lustiger war seine Gegner von den Beinen zu holen und sie somit für kurze Zeit in eine Spielunfähigkeit zu versetzen. Ein Heidenspaß, sag ich euch. Doch ziemlich schnell wurde die unerträgliche Hitze ein immer dominanterer Gegner, sodass das Spiel auf den Nachmittag verschoben wurde und die einzelnen Häuser sich erst einmal im kühlen Pool Erfrischung verschafften.

 

Jetzt hatten wir zwar jede Menge neue Zauberschülerinnen und -schüler, doch waren diese bisher noch überhaupt nicht in der Lage das Zaubern zu erlernen, da ihnen dafür das wahrscheinlich wichtigste Accessoire noch fehlte: Der Zauberstab! Daher ging es erst einmal ab in den Wald, Stöckchen sammeln und dann ran an die Werkbank. Es wurde geschnitzt, gepuhlt, gesägt und zum Schluss noch mit dem Brandmalkolben veredelt. Am Ende hatten nun alle ihre Ausrüstung, um ihre Zauber- und Hexereiausbildung zu starten. Nach einer Stärkung zum Mittag, einigen Poolzeiten und gefühlt 20 Wespenstiche später, startete dann die zweite wilde Runde Bubble-Soccer. Und beim Abendessen wurde der „Gewinner des Hogwarts-Häuser-Pokals: Haus Hufflepuff!!!“ verkündet.

Am Dienstag nach dem Frühstück ging es für das erste Haus in den Unterricht „Verteidigung gegen Dunkle Künste“. Die Schüler lernten nämlich bei Gefahr Pfeile zu schießen, um sich verteidigen zu können. Der Lehrer war beeindruckt, mit welcher Konzentration und Präzision vereinzelte Teilnehmende mitten ins Schwarze trafen. Nachdem über den Tag verteilt jeder Schüler seine Künste beweisen durfte, stand am Abend der nächste Wettkampf an. Es wurde nämlich noch ein kleines Völkerball-Turnier veranstaltet. Es war zwar noch kein Quidditsch, doch musste auch hier der ein oder andere Spieler ein bisschen was einstecken. Gewinner des Hogwarts-Häuser-Pokals: Wieder Haus Hufflepuff!!!

Der Mittwoch startete nach dem Frühstück mit ein paar Gruppenspielen und Aktivitäten wie Extreme Tic Tac Toe, Holzskilaufen und natürlich einer ausgedehnten Badezeit. In der Mittagspause standen dann wieder die beiden Sonnensegel mit dem Harry Potter Hörspiel oder dem Rollenspiel Werwölfe zur freien Wahl. Am Nachmittag ging es dann mit wahrer Nackter Äktschen rund, beim Kiddypool-Kickball Turnier. Es traten immer zwei Häuser gemeinsam in der Verteidigung (Innen + Außen) gegen das dritte Haus im Angriff an. Die Sonne ballerte zwar mit ordentlicher Stärke vom Himmel, doch waren die Pools mit so eisigem Wasser gefüllt, dass es einen langen Aufenthalt an einer Base noch extra erschwerte. Man glaube es kaum, aber ohne Verletzungen neigte sich der Tag dem Ende. Als die Teilnehmenden sich allerdings frühzeitig mit Schlafklamotten die Zähne putzen sollten, dämmerte es den ersten bereits. Genau. Es ging noch nicht ins Bett, nein! Es ging auf Nachtwanderung. Die Knicklichter markierten den Weg und nicht selten hörte man Angstschreie von der Gruppe vor oder hinter sich. Das Ende bot den ganz Mutigen noch die Möglichkeit einmal alleine oder in Kleingruppen über den Friedhof zu laufen. Gewinner des heutigen Hogwarts-Häuser-Pokals: Haus Slytherin!!!

Der Donnerstag war zwar mit Abstand der Tag der Woche mit dem meisten Regen, doch hatte unser Betreuerteam auch dafür eine passende Antwort: „Schwupp-die-Wupp“ wurde der große Saal zum coronagerechten Kino gestaltet und wir konnten den 1. Teil aus der Harry Potter Filmreihe schauen. Am Nachmittag passte dann auch unser geplantes Saunaevent absolut perfekt zu dem bescheidenen Wetter. Gewinner des Hogwarts-Häuser-Pokals: Diesmal Haus Gryffindor!!!

Der letzte volle Tag wurde am Vormittag mit einer Sportreally, voller kleiner Spiele, wie Schlauchbootrennen, dem Spinnennetz, Sandburgbauen oder Blindkegeln gefüllt. Die Gruppen legten sich kräftig ins Zeug, um schnell zu sein oder viele Punkte zu sammeln. Nach der üblich leckeren Stärkung wurde dann am Nachmittag nochmal gebastelt. Es standen Regenmachen, Kaleidoskope oder Teleskope zur Auswahl. Und am Abend gab es dann die feierliche Abschlussparty im großen Saal mit Musik, Spaß und Klassikern wie Stopptanz & Co, natürlich auf Distanz. Gewinner des Hogwarts-Häuser-Pokals: Wieder Haus Slytherin!!

 Der letzte Tag unseres Schuljahres hat gezeigt, wie gut wir alle gemeinsam als Team funktionieren und in welch kurzen Zeit es Möglich ist alles wieder zu säubern und abzubauen. Ruckzuck waren die Zelte nach der Feedback-Runde beim Frühstück Stück für Stück in Ihren Säcken verschwunden und im Anhänger verstaut. Das Gepäck war bereits häuserweise sortiert im Speisesaal zwischengelagert, bis dann pünktlich um 12 Uhr der Großteil der Eltern zum Abholen bereitstanden. Dann hieß es „Auf Wiedersehen“ zu sagen und das Schuljahr war beendet.

 

Bericht: Marcel Schweitzer

Bilder: Fabian Rieß & Lukas Hauf

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